Ich habe ja eine These: Kinofilme die besonders stark beworben werden und für deren Marketing richtig Geld ausgegeben wurde, sind meistens ganz große Kacke. Der letzte Film, bei dem mir das aufgefallen ist, war „Der Goldene Kompass“. Die ersten Kritiken vom Remake „Der Tag an dem die Erde stillstand“ trudeln ein und scheinen meine These wiedermal zu bestätigen.

Zunächst sind mir hier in der Stadt Plakate aufgefallen. Das Kinoplakat und darauf der Titel „Der Tag an dem Aachen stillstand“. Ich musste zweimal dran vorbeifahren, um sicher zu gehen, dass ich mich nicht verlesen hatte. Aber tatsächlich: Scheinbar haben sie für jede größere Stadt eigene Plakate drucken lassen. Kostet natürlich mehr, als deutschlandweit die Gleichen aufzuhängen. Und wenn die das schon für Aachen machen… immerhin kratzen wir mit der Einwohnerzahl geradenochso an der Definitionsgrenze für „Großstadt“. Und ich frage mich grad, wie die Plakate mit dem äußerst schmalen Titel wohl in Georgsmarienhütte aussehen würden? Naja …

Zusätzlich steht bei uns im Kino ein RIESEN Pappdisplay (nein, kein Monitordisplay) im Kino. In diesem werden die Buchstaben des Titels von innen mit einem Blitzlicht bestrahlt. War bestimmt nicht billig. Die armen Kassiererinnen, die dem den ganzen Tag gegenüber sitzen müssen. Und meinen Gruß an die Epileptiker.

Weiterhin laufen im Fernsehen gefakte Fernsehberichte (siehe Bild oben) über allerlei Katastrophen als kurze Einblender. Da wollte wohl jemand ganz smart einen auf Orson Welles machen. Naja die Idee ist ganz gut, macht neugierig und ist nett umgesetzt. Muss man Ihnen lassen. Aber so richtig funktionierendes virales Marketing ist das nicht, da haben die Cloverfields, Blair Witch Projects einst und andere einen besseren Job gemacht.

Das die Kritiken erst so spät eintrudeln ist übrigens die Folge einer immer öfter vorkommenderen Unart:
Oftmals gehen teure Kampagnen einher mit Journalistenembargos. Sie müssen unterschreiben, dass sie bis kurz vor Erscheinen nichts schreiben. Absolut zum Kotzen ein solches Gebahren. Scheinbar haben manche Filmemacher zurecht Angst vor schlechter Kritik.

Naja, ich werd den Film mal auf mich zukommen lassen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Aber so wie es bei den Kritiken aussieht, wird der vermutlich ohnehin zeitnah im Abendprogramm bei RTL2 irgendwann nach Frauentausch auftauchen.

Andreas Poschen ist ein Spezialist für E-Commerce, UX und Digital Marketing aus Aachen. Er arbeitet als Product Owner Smart Home für Web, iOS und Android bei einem IT-Mittelständler und schreibt in diesem Blog über seine Arbeit als PO und seine Gedanken. Folgt ihm gerne auf:

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